Comic - Marvel
Black Widow Anthologie
Black Widow AnthologieComic - Marvel | mit: Autor: Stan Lee, Warren Ellis u.v.m.; Zeichner: Bill Sienkiewicz, John Romita Jr. u.v.m.Bewertung:★★★★★ Leider wurde der Start des Black-Widow-Solofilms wegen der Covid-19-Pandemie ins Jahresende verschoben. Was als Begleiter wohl gedacht war, wird jetzt aber zum Überbrücker. Denn die 300+-seitige Anthologie, die Panini herausgebracht hat, enthält nicht nur 16 Geschichten von und mit der besten Spionin der Welt, sondern liefert auch einen guten Überblick der Figur. Handlung Natasha Romanoff wurde in Russland zur Black Widow ausgebildet, wechselte aber die Seiten und wurde eine der besten Spionen, die SHIELD je hatte. Die Grundfesten der Figur haben sich seit ihrer Entstehung nicht sonderlich geändert, egal ob sie an der Seite von Spider-Man, Daredevil, aber auch mal als Gegnerin (bspw. von Iron Man) zu sehen ist. Viel interessanter ist es deswegen zu sehen, wie die verschiedenen Autoren und Künstlern aus den unterschiedlichen Epochen diese Figur sich zu eigen gemacht haben. Trailer BewertungWas Comics angeht: Ich bin sehr froh, in der heutigen Zeit zu leben. Und Anthologien wie die von Black Widow zeigen mir immer wieder, wie gut ich es habe. Ich kann nämlich mit den alten Comics fast nichts anfangen. Die Geschichten sind mir zu simpel, die Panels mit Text überladen, alles ist bunt… Ich bin zwar dankbar, dass es diese Zeit gab, denn ohne sie hätte man diese ganzen Figuren nicht, aber so richtig Spaß hat mir die erste Hälfte der Anthologie nicht gemacht.
Trotzdem würde ich nicht sagen, dass es Zeitverschwendung ist. Es ist sehr interessant zu sehen, wie der Stil sich mit der Zeit geändert hat: Bis zur Story aus 1981 „Ich hab das Jojo – Du hast die Schnur“ aus „Bizarre Adventures 1981“ sehen die Comics ziemlich gleich aus. Wie sich die „Lockerung“ des Comic Code auf Präsentation, Stil und Storytelling ausgewirkt hat, ist mit bloßem Auge sichtbar. Nicht nur die Geschichten sind „erwachsener“ – sprich: brutaler – geworden. Es gibt viel mehr Experimente: Eine Zeitreisegeschichte vermischt die verschiedenen Stile der unterschiedlichen Zeiten; die Panel-Gestaltung von George Pérez zeigt, wie man mit der Geschichte spielen kann. Vor allem die unterschiedlichen Zeichenstile, die die Anthologie zum Schluss hin zeigt, haben mich umgehauen. Von fast fotorealistisch bis hin zu ziemlich abstrakt ist alles dabei.
Auch die vielen Begleittexte machen die Anthologie nicht nur sehr informativ – es werden viele Fun Facts zu bspw. den verschiedenen Organisationen geliefert, in denen Black Widow tätig war –, sondern helfen dabei, sich gut in die einzelnen Geschichten einzufinden, die präsentiert werden. Dabei schaffen sie es, wichtige Hintergründe zu beleuchten – etwa Natashas Beziehung zu Daredevil –, ohne zu langatmig und dröge zu werden.
Leider ist die Anthologie etwas zu unausgeglichen, was die Epochen angeht, die vorgestellt werden. Während man sieben Geschichten hat, die aus den 1970ern stammen (es gibt sogar zwei Story-Arcs, die beinahe komplett sind), liegt die Zeitspanne zwischen der letzten acht bei 35 Jahren. Es gibt einige der späteren Machwerke, die sowohl vom Erzählstil als auch von Look so interessant sind, dass ich mir mehr von ihnen und weniger vom Frühzeugs gewünscht hätte. Dabei meine ich noch nicht einmal, dass ich mehr von einer Storyline hätte lesen wollen (obwohl das stimmt und ich echt Lust habe, die Runs von Chris Samnee, Mark Waid, Richard K. Morgan und Bill Sienkiewicz zu lesen). Es gibt wunderbare One-Shots, die eine (mehr oder weniger) abgeschlossenen Geschichte erzählen. Wären vielleicht ein paar mehr davon und etwas weniger von den knallbunten Geschichten von vor 1980 dabei gewesen, hätte ich die Black-Widow-Anthologie interessanter gefunden.
Fazit Die Begleittexte sind sehr informativ und spannend geschrieben und es ist interessant zu sehen, nicht nur wie die Figur sich im Laufe der Zeit, sondern auch das ganze Genre entwickelt hat – sowohl was das Storytelling als auch das Artwork angeht. Nur die Mischung aus Alt und Neu war mir etwas zu sehr in Richtung Alt gekippt.
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Trotzdem würde ich nicht sagen, dass es Zeitverschwendung ist. Es ist sehr interessant zu sehen, wie der Stil sich mit der Zeit geändert hat: Bis zur Story aus 1981 „Ich hab das Jojo – Du hast die Schnur“ aus „Bizarre Adventures 1981“ sehen die Comics ziemlich gleich aus. Wie sich die „Lockerung“ des Comic Code auf Präsentation, Stil und Storytelling ausgewirkt hat, ist mit bloßem Auge sichtbar. Nicht nur die Geschichten sind „erwachsener“ – sprich: brutaler – geworden. Es gibt viel mehr Experimente: Eine Zeitreisegeschichte vermischt die verschiedenen Stile der unterschiedlichen Zeiten; die Panel-Gestaltung von George Pérez zeigt, wie man mit der Geschichte spielen kann. Vor allem die unterschiedlichen Zeichenstile, die die Anthologie zum Schluss hin zeigt, haben mich umgehauen. Von fast fotorealistisch bis hin zu ziemlich abstrakt ist alles dabei.
Auch die vielen Begleittexte machen die Anthologie nicht nur sehr informativ – es werden viele Fun Facts zu bspw. den verschiedenen Organisationen geliefert, in denen Black Widow tätig war –, sondern helfen dabei, sich gut in die einzelnen Geschichten einzufinden, die präsentiert werden. Dabei schaffen sie es, wichtige Hintergründe zu beleuchten – etwa Natashas Beziehung zu Daredevil –, ohne zu langatmig und dröge zu werden.
Leider ist die Anthologie etwas zu unausgeglichen, was die Epochen angeht, die vorgestellt werden. Während man sieben Geschichten hat, die aus den 1970ern stammen (es gibt sogar zwei Story-Arcs, die beinahe komplett sind), liegt die Zeitspanne zwischen der letzten acht bei 35 Jahren. Es gibt einige der späteren Machwerke, die sowohl vom Erzählstil als auch von Look so interessant sind, dass ich mir mehr von ihnen und weniger vom Frühzeugs gewünscht hätte. Dabei meine ich noch nicht einmal, dass ich mehr von einer Storyline hätte lesen wollen (obwohl das stimmt und ich echt Lust habe, die Runs von Chris Samnee, Mark Waid, Richard K. Morgan und Bill Sienkiewicz zu lesen). Es gibt wunderbare One-Shots, die eine (mehr oder weniger) abgeschlossenen Geschichte erzählen. Wären vielleicht ein paar mehr davon und etwas weniger von den knallbunten Geschichten von vor 1980 dabei gewesen, hätte ich die Black-Widow-Anthologie interessanter gefunden.
Fazit Die Begleittexte sind sehr informativ und spannend geschrieben und es ist interessant zu sehen, nicht nur wie die Figur sich im Laufe der Zeit, sondern auch das ganze Genre entwickelt hat – sowohl was das Storytelling als auch das Artwork angeht. Nur die Mischung aus Alt und Neu war mir etwas zu sehr in Richtung Alt gekippt.