Comic - Drama
Wie gut, dass wir drüber geredet haben
Wie gut, dass wir drüber geredet habenComic - Drama | mit: Julia BernhardBewertung:★★★★★ Julia Bernhard hat mit dem Comic „Wie gut, dass wir drüber geredet haben“ einen schönen Auftakt aufs Parkett gelegt. Inhaltlich greift sie soziologische Gesellschaftsfragen auf, wie wir miteinander umgehen und was dabei herauskommt. Nicht viel kann man meinen und das trifft insbesondere die Träumer und Selbstverwirklicher. Toll. Handlung Ein Manifest aus Lethargie, Depression und gescheiterter Kommunikation. Eine gehässige Oma, ein liebevoller Hund und eine Zimmerpflanze die doch recht bedrohlich wirkt, als sie um Aufmerksamkeit bettelt.
Insgesamt schreibt Julia Bernhard zehn skurrilen, lakonisch erzählten Szenen, eine Alltagwelt, die ein jeder kennt. Sie handelt von Kunstprojekte, Affären, Beziehungsdramen und Prokrastination.
BewertungWas für schöne kleine Kurzgeschichten. Manche wissen auf Anhieb zu gefallen, manche auf den zweiten Blick und manche sind gewöhnungsbedrüftig für den Leser. Alles natürlich Geschmacksache, dennoch bleibt der Tenor gleich. Zynisch und kritisch gegen die Banalität der menschlichen Kommunikation in all ihren Eitelkeiten. Sicherlich meinen es alle gut, wollen sich selbst finden sich verwirklich und streben nach Höheren, doch gestehen ihr Scheitern nur in einem tobenden Sturm von Frustration aus. Ändern sie etwas!? Nein. Sie wollen es gar nicht. Es gehört doch irgendwie dazu.
Hat man erst einmal die Liebe gefunden, ist selbst der XXX Pflicht, gehört schließlich dazu. Das Aufschieben von Problemen ist eine Art Volkskrankheit geworden. Dabei heißt es doch so schön: „Was Du heute erliegen kannst, verschiebe nicht auf morgen“. So berichtet „Wie gut, dass wir drüber geredet haben“ von einer Frau, die tot unglücklich mit ihrem Partner ist, eine Oma die mit ihrer Enkelin nicht so kann, weil sie mit dem modernen Leben nicht mehr klarkommt. Es geht aber auch sinnbildlich um eine Zimmerpflanze, die es doch wagt, nicht in Vergessenheit zu geraten und darum bittet, einmal gegossen zu werden. In dieser Szene fehlt der Protagonist, doch kann man sich ihn sich gut vorstellen, sicherlich hat man sich schon selbst in einer solchen Situation wiedergefunden. Doch diese Kurzgeschichte steht sinnbildlich für so vieles im Leben.
Sympathisch wirkt das Comic allemal. Dafür sorgt die Authentizität. Real und knallhart sorgt die Autorin für eine Art Wachrütteln in einem. Die Handlung lädt aber auch zum Schmunzeln ein. Optisch näheren sich die Panels der Geschichte an. Sie sind nicht gerade detailreich gestaltet, sind eher nach der einfachen Natur gestaltet, legen aber gekonnt den Fokus in die Wunde und tragen sehr zum Wohlfühlfaktor bei. Fazit „Wie gut, dass wir drüber geredet haben“ ist ein toller Comic, der einen hohen Grad an Authentizität mitbringt, in denen sich sicherlich viele wiederfinden werden und der zum Schmunzeln einlädt. Gelunges Werk von Julia Bernhard!
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Insgesamt schreibt Julia Bernhard zehn skurrilen, lakonisch erzählten Szenen, eine Alltagwelt, die ein jeder kennt. Sie handelt von Kunstprojekte, Affären, Beziehungsdramen und Prokrastination.
BewertungWas für schöne kleine Kurzgeschichten. Manche wissen auf Anhieb zu gefallen, manche auf den zweiten Blick und manche sind gewöhnungsbedrüftig für den Leser. Alles natürlich Geschmacksache, dennoch bleibt der Tenor gleich. Zynisch und kritisch gegen die Banalität der menschlichen Kommunikation in all ihren Eitelkeiten. Sicherlich meinen es alle gut, wollen sich selbst finden sich verwirklich und streben nach Höheren, doch gestehen ihr Scheitern nur in einem tobenden Sturm von Frustration aus. Ändern sie etwas!? Nein. Sie wollen es gar nicht. Es gehört doch irgendwie dazu.
Hat man erst einmal die Liebe gefunden, ist selbst der XXX Pflicht, gehört schließlich dazu. Das Aufschieben von Problemen ist eine Art Volkskrankheit geworden. Dabei heißt es doch so schön: „Was Du heute erliegen kannst, verschiebe nicht auf morgen“. So berichtet „Wie gut, dass wir drüber geredet haben“ von einer Frau, die tot unglücklich mit ihrem Partner ist, eine Oma die mit ihrer Enkelin nicht so kann, weil sie mit dem modernen Leben nicht mehr klarkommt. Es geht aber auch sinnbildlich um eine Zimmerpflanze, die es doch wagt, nicht in Vergessenheit zu geraten und darum bittet, einmal gegossen zu werden. In dieser Szene fehlt der Protagonist, doch kann man sich ihn sich gut vorstellen, sicherlich hat man sich schon selbst in einer solchen Situation wiedergefunden. Doch diese Kurzgeschichte steht sinnbildlich für so vieles im Leben.
Sympathisch wirkt das Comic allemal. Dafür sorgt die Authentizität. Real und knallhart sorgt die Autorin für eine Art Wachrütteln in einem. Die Handlung lädt aber auch zum Schmunzeln ein. Optisch näheren sich die Panels der Geschichte an. Sie sind nicht gerade detailreich gestaltet, sind eher nach der einfachen Natur gestaltet, legen aber gekonnt den Fokus in die Wunde und tragen sehr zum Wohlfühlfaktor bei. Fazit „Wie gut, dass wir drüber geredet haben“ ist ein toller Comic, der einen hohen Grad an Authentizität mitbringt, in denen sich sicherlich viele wiederfinden werden und der zum Schmunzeln einlädt. Gelunges Werk von Julia Bernhard!