Comic - Drama
Wir waren Charlie
Wir waren CharlieComic - Drama | mit: Rénald LuzierBewertung:★★★★★ Luz hört auf den bürgerlichen Namen Rénald Luzier und wurde im Jahr 1972 im ländlichen Tours in Frankreich geboren. Seit 1992 war er ein festes Redaktionsmitglied der Satirezeitung „Charlie Hebdo“. Den Anschlag am 7. Januar 2015 hat er überlebt, weil er an seinem Geburtstag verschlafen hatte. Noch heute verfolgen ihn Träume, in denen immer wieder seine Freunde wie Stéphane Charbonnier („Charb“), die Zeichner und Redakteure Jean Cabut („Cabu“), Bernard Verlhac („Tignous“), Philippe Honoré und Georges Wolinski auftauchen. Er selbst lebt heute unter Polizeischutz und hat das Blatt verlassen. Seine Träume hat er in „Wir waren Charlie“ verarbeitet. Handlung Der ehemalige „Charlie Hebdo“-Zeichner Luz träumt immer wieder von seinen alten Kollegen, die bei einem islamistischen Terroranschlag ums Leben gekommen sind. Er selbst hat den Anschlag überlebt, weil er an seinem Geburtstag zu spät gekommen ist. In einer langen, schlaflosen Nacht lässt er seine Zeit bei dem französischen Satiremagazin wieder aufleben: die Persönlichkeiten, die es prägten, die hitzigen Diskussionen – und natürlich den Humor, die raffinierten Pointen wie die beiläufigen Zoten.BewertungWir können den Zeichner Luz bei seiner beruflichen Laufbahn im großen Paris zuschauen. Es wird gezeigt, wie er als 20 jähriger die ersten Schritte an der Seite seines Mentors Jean Cabut („Cabu“) macht, wie er auf einer Demo niedergeknüppelt wird oder wie er die moderne Sklaverei in den USA erlebt. 23 Jahre geht die Reise bis zum besagten Anschlag. In diesen war einiges los, in der Redaktion von „Charlie Hebdo“. Luz gelingt es, die Stimmung von damals, die so unverfänglich war, einzufangen. Es ist eben auch diese Atmosphäre, die beim Leser gut ankommt und trotz der schwebenden Gewitterwolken über der Geschichte für ein Wohlfühlklima sorgt.
Dabei schafft er ganz nebenbei ein Blick auf das politische und sozilogische Frankreich der 90er- und der Nullerjahre. Ist ja auch logisch, denn genau mit diesen Bereichen hat sich das Magazin beschäftigt. Dabei geht er recht offen, kritisch und tabulos an die Sache heran. Alle Hüllen fallen. Auch öfters, denn das männliche Geschlechtsorgan wird des Öfteren zur Show gestellt. Das alles passiert aber zu keinem Zeitpunkt geschmacklos. Sicherlich ist eine Menge Provokation in den Bildern, doch wenn es sich nun einmal so abgespielt hat, dann muss man auch die nackte Wahrheit zeigen…
„Charlie Hebdo“ hatte vor den Anschlägen gerade einmal eine Auflage von 60.000 Exemplaren. Zum Vergleich: Laut Wikipedia hat „Der Spiegel“ eine Reichweite von ca. 5,29 Millionen Leser. Nach dem islamischen Terror verkauften sich jedoch auch Millionen Exemplare. Der Hype ist natürlich wieder abgeflacht, was auf der einen Seite schade ist, denn die bedingungslose Satire bricht Tabus, was enorm wichtig ist. In „Wir waren Charlie“ haben wir nun die Chance die Macher und deren Persönlichkeiten näher kennenzulernen.
Optisch ist der überwiegende Teil der Panels in schwarz/weiß gehalten. Lediglich die schlaflose Nacht bekommt mit einem dunklen Blauton ein wenig Farbe spendiert. Auf der letzten Seite kommt dann allerdings noch eine andere Farbe ins Spiel. Natürlich auf die „Charlie Hebdo-Art“. Fazit „Wir waren Charlie“ berichtet nicht nur von „Charlie Hebdo“, es ist „Charlie Hebdo“. Der Leser gewinnt einen guten Eindruck, wie es damals in der Redaktion vor sich ging und welchen Stellenwert Satire für eine bunte und abwechslungsreiche politische Landschaft hat.
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Dabei schafft er ganz nebenbei ein Blick auf das politische und sozilogische Frankreich der 90er- und der Nullerjahre. Ist ja auch logisch, denn genau mit diesen Bereichen hat sich das Magazin beschäftigt. Dabei geht er recht offen, kritisch und tabulos an die Sache heran. Alle Hüllen fallen. Auch öfters, denn das männliche Geschlechtsorgan wird des Öfteren zur Show gestellt. Das alles passiert aber zu keinem Zeitpunkt geschmacklos. Sicherlich ist eine Menge Provokation in den Bildern, doch wenn es sich nun einmal so abgespielt hat, dann muss man auch die nackte Wahrheit zeigen…
„Charlie Hebdo“ hatte vor den Anschlägen gerade einmal eine Auflage von 60.000 Exemplaren. Zum Vergleich: Laut Wikipedia hat „Der Spiegel“ eine Reichweite von ca. 5,29 Millionen Leser. Nach dem islamischen Terror verkauften sich jedoch auch Millionen Exemplare. Der Hype ist natürlich wieder abgeflacht, was auf der einen Seite schade ist, denn die bedingungslose Satire bricht Tabus, was enorm wichtig ist. In „Wir waren Charlie“ haben wir nun die Chance die Macher und deren Persönlichkeiten näher kennenzulernen.
Optisch ist der überwiegende Teil der Panels in schwarz/weiß gehalten. Lediglich die schlaflose Nacht bekommt mit einem dunklen Blauton ein wenig Farbe spendiert. Auf der letzten Seite kommt dann allerdings noch eine andere Farbe ins Spiel. Natürlich auf die „Charlie Hebdo-Art“. Fazit „Wir waren Charlie“ berichtet nicht nur von „Charlie Hebdo“, es ist „Charlie Hebdo“. Der Leser gewinnt einen guten Eindruck, wie es damals in der Redaktion vor sich ging und welchen Stellenwert Satire für eine bunte und abwechslungsreiche politische Landschaft hat.