Comic - DC

Wonder Woman 9: Gerechte Kriege

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Wonder Woman 9: Gerechte Kriege
Wonder Woman 9: Gerechte KriegeComic - DC | mit: von Autorin: G. Willow Willson; Zeichner: Cary Nord, Emanuela Lupacchino, XermanicoBewertung:★★★★★ Das schwierige daran, wenn man mit dem Comic-Lesen anfangen will, ist der Startpunkt. Bei Superhelden-Comics ganz besonders, weil sie ja schon so lange laufen und man nicht alles nachholen kann. Manche Superhelden gibt es ja schon fast ein ganzes Jahrhundert lang. Wenn also der Verlag damit wirbt, dass ein Comic „der perfekte Einstieg“ sein soll, wie kann das funktionieren? Handlung Wonder Woman wurde von den Amazonen in die Welt der Menschen geschickt, um als Botschafterin des Friedens zu dienen. Kann sie sich in einen Krieg einmischen? Ja, wenn es um die Liebe geht, denn Dianas große Liebe Steve Trevor wird in einem osteuropäischen Land als Kriegsgefangener gehalten. Erst als sie im kriegsgeplagten Land eintrifft, erkennt sie den Ernst der Lage. Denn Ares ist aus seiner Gefangenschaft auf Themyscira ausgebrochen. Jetzt muss sie nicht nur nach Steve Trevor suchen, sondern Ares daran hindern, den Krieg weiter anzustacheln. Und eine Frage brennt Wonder Woman auf der Zunge: Wenn Ares in der Welt der Menschen ist, was ist mit Themyscira passiert?BewertungGibt es überhaupt gerechte Kriege? Diese Frage steht im Fokus von „Wonder Woman 9: Gerechte Kriege“. Ist es gerecht, in einem Krieg zu kämpfen, nur, um seine verloren gegangene Liebe wiederzufinden? Ist es gerecht, in einem Krieg zu kämpfen, um das eigene Gewissen zu reinigen? Ist es gerecht, auf fremden Boden für eine der Seiten zu kämpfen? Diese Fragen werden nicht nur von Diana alias Wonder Woman aufgeworfen, denn auch Ares versucht, sich neu zu definieren und nicht mehr der alte Kriegsgott zu sein. Das führt zu Spannungen zwischen ihm und der Amazone, die zu sehr spannenden Szenen zwischen den beiden führen. Sie philosophieren über die Frage nach Sinn und Zweck des Kriegs, während sie sich auf die Fresse hauen. So flapsig das jetzt klingen mag, so ungefähr fühlt es sich auch beim Lesen an – und das ist keineswegs negativ gemeint. So fühlt es sich auch an, wenn man über „für den Frieden kämpfen“ nachdenkt. Meiner Meinung nach schafft Autorin G. Willow Willson es sehr gut, diese Zerrissenheit nicht nur in Wonder Woman, sondern auch in Ares aufzuzeigen – obwohl Ares viel gewaltsamer und unbedachter handelt.
Mir hat auch der Zeichenstil von „Wonder Woman 9: Gerechte Kriege“ sehr gut gefallen, zumindest ab der zweiten Hälfte. Während in der erste der Künstler Cary Nord für die Zeichnungen verantwortlich war, hat Xermanico die zweite Hälfte gezeichnet. Es ist nicht so, dass mir Nords Stil überhaupt nicht gefallen hat, er ist einfach nicht nach meinem Geschmack. Während Nords Bilder etwas Kindliches an sich haben, wirken Xermanicos Zeichnungen viel erwachsener, was meiner Meinung nach zu den Themen des Comics viel besser passt. Dadurch, dass die Stile sich auch so sehr unterschieden haben, ist mir der Wechsel sehr aufgefallen, was mich immer erst ein bisschen aus der Lektüre rausbringt. Zum Glück aber hat sich der Stil für mich „verbessert“, weil ich ansonsten wahrscheinlich etwas mehr Probleme mit dem Wechsel gehabt hätte. Trotzdem haben mir die Zeichnungen gut gefallen, da sie die actionreiche Geschichte sehr gut in Bildern festgehalten haben.
Was die Einsteigerfreundlichkeit angeht: „Wonder Woman 9: Gerechte Kriege“ ist der Anfang eines neuen Erzählungsstrangs. Und auch, weil die Autorin mit dem Band frisch eingestiegen ist, ist es tatsächlich nicht allzu schwer, in die Geschichte einzusteigen. Am Anfang des Comics gibt es eine gute Zusammenfassung der Dinge, die man wissen sollte, um der Handlung folgen zu können. Für ganz blutige Einsteiger ist der Band aber vielleicht wirklich nicht geeignet, aber meiner Meinung nach reicht es aus, wenn man mindestens „Wonder Woman“ mit Gal Gadot gesehen hat.
Fazit Einsteigerfreundlich sei mal außer Acht gelassen: „Wonder Woman 9: Gerechte Kriege“ funktioniert aber auf jeden Fall, um in diesen neuen Erzählungsstrang um die Amazone einzusteigen. Und das sollte man wirklich, denn die Themen, die Autorin G. Willow Willson aufgreift und die Grundlagen, die sie für die weitere Zukunft Dianas legt, machen Lust auf mehr.
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