Comic - DC

Wonder Woman gegen Cheetah

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Wonder Woman gegen Cheetah
Wonder Woman gegen CheetahComic - DC | mit: u.a. William Moulton Marston, Geroge Pérez, Bilquis EvelyBewertung:★★★★★ In wenigen Wochen wäre es wieder soweit gewesen: der neue Wonder-Woman-Film hätte im Juni seine Premiere gehabt. Doch auch dieser Kinostart ist weit nach hinten verschoben worden. Aber ganz ohne Wonder Woman muss man doch nicht auskommen. Denn Panini hat eine ganze Reihe von Titeln über die Amazone der Herzen veröffentlicht. Unter anderem eine Anthologie über ihre Widersacherin Cheetah. Handlung Von Cheetahs erstem Auftritt über ihre Neueinführung nach dem Mega-Event Chrisis on Infinite Earths bis zu ihrer neuesten Version nach Rebirth – Wonder Woman gegen Cheetah vereint sieben Geschichten, die einen Einblick in die vielen Versionen der Wonder-Woman-Gegnerin. Trailer BewertungIch muss ehrlich sagen, dass ich richtig angetan bin von der Anthologie Wonder Woman gegen Cheetah. Mein größtes Problem mit Anthologien ist die Auswahl der Comicgeschichte, die präsentiert werden. Bei der Black Widow Anthologie bspw. wurde meiner Meinung nach zu viele der älteren, aus der „golden age“ stammenden Geschichten gezeigt, während die neueren, teilweise viel interessanter gestalteten Comics kaum Platz hatten. Das ist bei Wonder Woman gegen Cheetah nicht der Fall. Obwohl die Zeitspanne von knapp 75 Jahren gezeigt wird, wird jede Epoche (fast) gleich gewichtet. Und das, ohne dass das Ziel des Ganzen – nämlich die Evolution der Figur Cheetah zu zeigen – vernachlässigt wurde. Als Gelegenheitsleserin war mir Cheetah zwar bekannt, aber nur als Barbara Ann Minerva. Dass sie schon viele andere Identitäten besessen hat, hätte mich aber nicht wundern sollen. Durch die informativen Texte, die vor jeder Story zu den Hintergründen und Kontexten der jeweiligen Geschichte ein bisschen was erzählt haben, konnte man sich schnell einfinden in das Setting.
Die einzelnen Storys, die ausgesucht wurden, sind alle sehr interessant. Vor allem die aus 1980, in der Wonder Woman in den ersten Seiten nicht gegen einen Superschurken kämpft, sondern gegen Umweltverschmutzung. Es wird in den neueren Comics immer wieder davon geredet, dass Wonder Woman eher zur „linksgrünversiften“ Fraktion gehört, so richtig gesehen habe ich diese Seite aber noch nicht. In „Einmal Superschurke, wie bestellt!“ bekommt man diese Seite von Wonder Woman voll und ganz zu spüren. Nicht nur rettet sie die Umwelt, indem sie einen auslaufenden Öltanker wieder kittet, sie monologisiert auch die ganze Zeit darüber, wie schlecht die Menschen mit der Natur umgehen.
Auch von der anderen titelgebenden Figur, Cheetah, bekommt man sehr viel zu sehen. Und zwar nicht nur ihre Evolution, wie oben geschrieben, auch im Kleinen wird sie sehr ausführlich dargestellt. Außer in den Geschichten aus 1980 und 2016 wird sie als durch und durch böse Person dargestellt, was bei der Unmenge an Antihelden, die man heutzutage hat – kaum ein Bösewicht ist wirklich böse –, echt erfrischend ist. Am besten gefällt mir in dieser Hinsicht die Story der Post-Flashpoint-Ära „Die Jagd“. Diese kommt ganz ohne Wonder Woman aus und zeigt eine Barbara, die nicht erst durch die Verwandlung in Cheetah zur Schurkin wurde. Der Comic hat etwas von einem Thriller, bei dem man ein bisschen an der Nase herumgeführt wird, nur um sich dann in einem kleinen Blutbade wiederzufinden.
Was sind aber Comics ohne die Bilder? Auch in dieser Hinsicht kann die Anthologie Wonder Woman gegen Cheetah überzeugen. Hier und da sind die Zeichenstile aber doch etwas generisch, und bei aller Liebe zum Superhelden-Comic-Genre bin ich es ein bisschen Leid, großbusige Frauen dabei zuzusehen, wie sie sich leichtbekleidet durch die Panels räkeln. Zum Glück finden aber die meisten ZeichnerInnen Wege, dieses Klischee nicht zu bedienen. Am allermeisten hat mir der Zeichenstil von Bilquis Evely gefallen. Ich bin zwar im Allgemeinen ein großer Fan ihrer Kunst (The Dreaming aus dem neuen Sandman-Universum ist echt überragend!), aber die Art, wie sie die Geschichte der unbeirrbaren und etwas sturen Archäologin Minerva erzählt, ist wunderschön.
Fazit Mir hat die Anthologie Wonder Woman gegen Cheetah im Großen und Ganzen echt gefallen. Die Balance zwischen alten und neuen Storys ist echt gut getroffen und die Auswahl zeigt sehr gut, wie sich die Figur Cheetah im Laufe der Zeit entwickelt hat. Zwar bin ich nicht so großer Fan von bestimmten Zeichenstile, die Anthologie hat aber durch die breite Zeitspanne der Geschichten eine gute Abwechslung auch in dieser Hinsicht geboten.
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