Comic - Marvel

X-23 1: Zwei flogen über das Kuckucksnest

Veröffentlicht am 30.11.-0001
X-23 1: Zwei flogen über das Kuckucksnest
X-23 1: Zwei flogen über das KuckucksnestComic - Marvel | mit: Autorin: Mariko Tamaki; Zeichner: Juan Cabal, Marcio Fiorito, Georges DuarteBewertung:★★★★★ Laura Kinney ist spätestens seit dem grandiosen Film „Logan“ bekannt. Dort kämpft sie als kindlicher Klon von Wolverine an seiner Seite. Im Comic „X-23 1: Zwei flogen über das Kuckucksnest“ ist Laura alias X-23 erwachsen, kämpft aber auch an der Seite ihres kindlichen Klons. Ob der Comic, wie der Einband verspricht, einsteigerfreundlich ist? Handlung Als Klon eines berüchtigten Kriegers und zur Killerin erzogen, ging Laura Kinney gestählt aus der Hölle hervor und wurde eine Heldin. Nach ihrer Zeit als neuer Wolverine kehrt sie nun zu ihren Wurzeln als X-23 zurück, um sicherzustellen, dass niemand ihr Schicksal erleiden muss. Doch als ihre Schwester das Ziel eines macht- und lebenshungrigen Telepathen wird, kommt es zu einem Geschwisterduell, das niemand auf dem Zettel hat: X-23 und ihre Schwester Gabby gegen die Stepford Cuckoos-Fünflinge!BewertungIch glaube, ich habe mein neues Lieblings-Marvel-Team entdeckt! Laura und Gabby haben eine tolle Chemie und man nimmt ihnen die schwesterliche Bindung von Anfang an ab. Laura ist dabei die verschlossene, mürrische, aber trotzdem liebevolle ältere Schwester, die ihre manchmal nervige, aber eigentlich herzensgute jüngere Schwester bedingungslos liebt. Egal, ob im Kampf oder gemütlich im Diner beim Abendessen, ihre Dialoge sind witzig und schlagkräftig. Autorin Mariko Tamaki lässt aber auch genug Raum für die verletzlicheren Seiten der Figuren. Das wird vor allem beim Thema Geburtstag klar, denn die ältere Laura kennt zwar ihren Geburtstag, will ihn aber nicht feiern und noch nicht einmal Gabby sagen, wann dieser genau ist. Denn für sie als Klon hat ihr Geburtstag nicht die Bedeutung, wie er für „normale“ Menschen hat. Die jüngere Gabby will aber unbedingt ihren eigenen Geburtstagskuchen essen, die Kerzen darauf auspusten und Geschenke bekommen. Diese Reibung zwischen den Schwestern führt zwar zu Streitigkeiten zwischen ihnen, wird aber angesichts der Bedrohung zur Lappalie.
Leider ist diese Bedrohung aber wenig besorgniserregend. Zwar muss Laura gegen die Cukoo-Schwestern antreten, diese Kämpfe sind aber nicht allzu spannend. Einerseits können die Schwestern Laura anscheinend nur leicht psychisch manipulieren, aber nicht ihre Gedanken o.Ä. kontrollieren. Andererseits ist der einzige Kampf, der etwas spannender werden könnte, sehr kurz und verliert so etwas an Spannung.
Das heißt aber nicht, dass der Comic langweilig ist. Ganz im Gegenteil! Was den Kämpfen an Spannung fehlt, macht der Zeichenstil mehr als wett. Ich mag es sehr gerne, dass Laura und Gabby sich wirklich sehr ähneln – sie sind ja schließlich Klone. Aber obwohl sie sehr gleich aussehen, spiegeln sich ihre unterschiedlichen Eigenschaften auch in ihren gezeichneten Figuren wider. Jede hat ihre ganz eigene Art. Ihre Gesichtszüge Körperhaltung unterscheiden sich ein bisschen voneinander.
Abseits von dieser schönen Charakterzeichnung (höhö) finde ich die Gestaltung von „X-23 1: Zwei flogen über das Kuckucksnest“ super. Hier sei vor allem das „Splash“ genannt, das relativ in der Mitte des Comics sich über zwei Seiten erstreckt und den eigentlich sehr spannungslosen Kampf zwischen Laura und den Cukoo-Schwestern zumindest visuell herausstechen lässt. Die kreative Gestaltung der Panels hat mir sehr gut gefallen. Auch, weil sie durch die etwas andere Aufteilung der Seiten gut den Lesefluss leiten und man muss nicht mehrmals ansetzen, um die richtige Reihenfolge der Panels zu finden.
Das ist nicht das einzige, was dem Comic-Neuling hilft, der Geschichte zu folgen. Klar, man muss in etwa wissen, wer Wolverine, Emma Frost und die X-Men sind. Aber auch, wenn man sie nur vom Hörensagen her kennt, kommt man mit den Geschehnissen gut mit. Es hilft, die kurze Einleitung am Anfang des Comics zu lesen. Aber auch die Geschichte an sich erklärt vieles, ohne dabei langweilig zu werden. Man bekommt eine kurze und knackige Zusammenfassung von Lauras Leben: Wie sie als Klon in einem Labor aufgewachsen ist, wie ihre Klone losgeschickt wurden, um sie zu töten. Auch über die Cukoo-Schwestern erfährt man so viel, dass man ihre Motivationen verstehen kann. Einzig bei Gabby sind mir ein paar Fragezeichen geblieben, die aber erst nach dem Lesen aufgekommen sind und mich eher neugierig als verwirrt hinterlassen haben. Fazit Ich finde, der Einband von „X-23 1: Zwei flogen über das Kuckucksnest“ hält, was er verspricht: Man bekommt eine einsteigerfreundliche Lektüre zu einer meiner neuen Lieblingsfiguren im Marvel-Universum. Die Geschichte ist spannend – obwohl die Kämpfe eher so lala sind – und die Chemie zwischen Laura und Gabby hat mir sehr gut gefallen. Auch der Zeichenstil ist sehr schön und liefert den Figuren die nötige Tiefe. Nur die Bonusgeschichte am Ende hätte ich nicht gebraucht.
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