Comic - Marvel

X-Men Extermination

Veröffentlicht am 30.11.-0001
X-Men Extermination
X-Men ExterminationComic - Marvel | mit: Autor: Ed Brisson, Zeichner: Pepe LarrazBewertung:★★★★★ „Kampf um die Zukunft“ heißt es im Untertitel von X-Men Extermination. Schon die Vorgeschichte zum Comic bringt die Heldinnen und Helden an den Rand ihrer Ausrottung. Und nun müssen Sie also wirklich ran um das allerschlimmste zu verhindern? Handlung Die X-Men stehen vor der Vernichtung. In einer düsteren Gegenwart, in der die bekannten Helden Seite an Seite mit ihren jüngeren Ichs, die aus ihrer Zeit gerissen wurden, kämpfen, tötet Ahab mit seinen Hunden erbarmungslos Mutantinnen und Mutanten. Doch ein weiterer Feind treibt sein Unwesen im Verborgenen. BewertungZeitreisegeschichten… Warum tue ich mir das immer wieder an? Irgendwie sind sie in den großen Comicuniversen ja doch häufig nur ein Mittel, um beliebte Charaktere zurückzuholen, nachdem man sie einmal aus Gründen des „Überraschungseffekts“ hat sterben lassen oder grundsätzlich, um dieselben Geschichten in ähnlicher Form neu aufleben zu lassen. Selten sie wirklich gut durchdacht und plausibel erzählt. X-Men Extermination ist kein absolutes Paradebeispiel dessen, da der Comic mehr auf eine vorherigen Zeitreisegeschichte aufbaut. Dennoch bleibt für mich der fade Beigeschmack ebensolcher Stories.
Hauptgrund dafür sind die Charaktere. Gleichzeitig finden sich junge und alte X-Men in einer Zeitzone und kämpfen gemeinsam. Ist die erste Überraschung über diese Situation verpufft, bleibt dadurch aber kaum ein Mehrwert, da es eben doch dieselben Charaktere bleiben, mit denselben Fähigkeiten und denselben Hintergrundgeschichten, Emotionen und so weiter. Gerade in einem X-Men-Comic, in denen traditionell ja ohnehin wahnsinnig viele Charaktere parallel eine Rolle spielen, macht es das nicht gerade übersichtlicher. Positiv bewerten möchte ich diesbezüglich aber die Zeichnungen. Die Unterschiede zwischen alten und jungen Mutantinnen und Mutanten sind deutlich hervorgehoben und es ist immer erkennbar, um wen es sich jeweils handelt.
Der Grund, weshalb sich die jungen X-Men in der Gegenwart aufhalten, wird nur im Vorwort erwähnt. Grundlage für die Geschichte ist eine Version der X-Men-Stories in der Cyclops zu Dark Phoenix wurde und wurde böse. Um diese Entwicklung zu verhindern holte Beast die junge Version seines einstigen Freundes zu sich, nebst anderen jungen X-Men. In dem Comic selbst spielt das dann keine direkte Rolle, außer, dass man sich eben in entsprechender Zeitlinie befindet. Der Ende des Comics hält aber eine kleine Wendung beziehungsweise Überraschung diesbezüglich parat.
In der Geschichte selbst wird das Thema Zeitreise natürlich dennoch immer wieder aufgegriffen, aber eigentlich nur um zu Begründen warum sich welche Charaktere (gut oder böse) zu welchem Zeitpunkt an welchem Ort aufhalten. Es hat in meinen Augen einfach keinen wahnsinnigen Mehrwert im Storytelling. Eine ähnliche Geschichte hätte auch anders funktionieren können, ohne dabei abschreckend kompliziert zu wirken.
Und dennoch, muss auch ich zugeben, ist die Prämisse in X-Men Extermination ja doch spannend. Die glorreichen X-Men am Rande der Ausrottung und der mysteriöse zweite Gegenspieler, der parallel an ebendieser beteiligt zu sein scheint und dessen Rolle sich erst Stück für Stück in das Gesamtgeflecht der Story einsortieren lässt. Das macht schon etwas her und letztlich spielt auch hier die Zeitreise eine konkrete Rolle. Es ist nur eben nicht ganz so einfach dahinter zu steigen, wenn man nicht mit der entsprechenden X-Men-Story-Variation und diversen Zeitsträngen und deren Funktionsweisen im X-Men-Universum vertraut ist.
Fazit Gut inszenierte Action, klasse Zeichnungen und eine nervenaufreibende Story-Grundlage stehen auf der Plus-Seite des Comics. Aber dann ist da eben doch diese ganze Zeitreisethematik, die mir einfach persönlich nie wirklich gefällt. Vorkenntnisse hätten mir vielleicht etwas die Verwirrung beim Lesen genommen, sodass ich X-Men-Fans keinesfalls von dem Comic abraten würde. Neulinge steigen vielleicht besser an anderer Stelle ein.
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