Comic - Drama
XES
XESComic - Drama | mit: Florian WinterBewertung:★★★★★ Das Comic "XES" nimmt sich einem Thema an, das so noch nicht sonderlich in den Schlagzeilen der Comic-Gazetten gestanden hat. Sexsucht ist bis dato ein Wort, das vielleicht ein wenig Gelächter auslöst, welches gerne in überdrehten Männer-Sitcoms, die vor Sexismus nur so strotzen, wie zum Beispiel "Two and a half men", zum Anlass genommen wird, um sich darüber lustig zu machen. Es ist ja auch irgendwie verständlich, denn eine Sache die Spaß macht, die die menschliche Existenz sichert, kann doch nicht schädlich sein. Dabei kommt es gar nicht mal so auf die Quantität drauf an. Also keine Angst, wenn sie sich ihrem Partner mehrmals am Tag hingeben, doch wenn der Sex ihr Leben bestimmt und dieses Verhalten disfunktional ist, also sie einschränkt, dann sollte man hellhörig werden. In "XES" hat es die Hauptfigur nicht leicht und hängt in einer Schleife fest. Handlung Florian geht in Bordelle, schaut sich Pornos an und ist ständig auf der Suche nach sexueller Befriedigung. Es soll immer mehr sein, es muss immer heftiger werden und der Orgasmus von eben, ist bereits Vergangenheit. Florian erkennt jedoch die Zeichen der Zeit und geht in eine Selbsthilfegruppe, in der er - wie alle Süchtigen - die berühmten 12 Stufen durchlaufen muss, um von seiner Krankheit loszukommen.BewertungToll und besonders beachtenswert ist, dass "XES" ein Tabuthema anspricht. Ein Thema, über das man nicht spricht. Schließlich muss es ja immer öfter, doller und ausgefallner sein. In jedem Frauen- oder Männermagazin stehen die großen Tipps, wie man seinen Partner endlich mehr motivieren kann, damit er wieder mehr Lust hat. Dann folgen die Ratschläge, wie man(n) länger kann und wie es noch ausgefallner wird. Alles gut, solange es nicht in eine Sucht überschlägt, die einem den Boden unter den Füßen wegzieht. Sexsucht macht nämlich einsam. Am Beispiel Florian können wir auch sehen, dass sie in allen Lebensbereichen seine Spur hinterlässt. Wie zum Beispiel auf der Arbeit, als der Chef von Florian ihn zur Rede stellt, weil er auf seinem beruflichen Computer ständig Schmuddelfilme schaut.
Ansonsten hält es Florian Winter, der Mann hinter den Panels, eher einfach. Der Zeichenstil ist cartoonhaft und wirkt sehr verspielt. Hinzu kommt der schwarz- / weiß Stil, der lediglich mit rot angereichert wird um wichtige Dinge hervorzuheben. Die Einfachheit spiegelt sich aber auch in den Texten, die auf überschaubaren Niveau angesiedelt sind. Sie sind alleine von der Quantität her nicht gerade auffallend und so hat der Leser den Comic relativ schnell durch. Es gibt zwar immer mal wieder eine Passage, die der Sucht auf den Grund geht, doch hat das Nachwort einen größeren Tiefgang, als der Hauptakt. Ein gewisser Mehrwert gegenüber anderen Suchtcomics hätte es schon sein dürfen. Es gibt wenig Spezielles, das sich zum Beispiel von einer Drogensucht unterscheidet. Drogensüchtige haben Probleme mit der Familie und Florian auch. Es ist nicht verkehrt und nicht schlimm, die Eckpfeiler sind auf den Punkt gebracht, doch mehr als drei Sterne können für "XES" nicht vergeben werden. Fazit "XES" macht sich an ein Tabuthema ran. Das ist gut, dass jemand mal über Sexsucht spricht, doch darüber hinaus bleibt großes Potential auf der Strecke, weil der Comic zu einfach gehalten ist. Das Nachwort von Dr. Roth klärt dann aber noch einmal genauer auf.
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Ansonsten hält es Florian Winter, der Mann hinter den Panels, eher einfach. Der Zeichenstil ist cartoonhaft und wirkt sehr verspielt. Hinzu kommt der schwarz- / weiß Stil, der lediglich mit rot angereichert wird um wichtige Dinge hervorzuheben. Die Einfachheit spiegelt sich aber auch in den Texten, die auf überschaubaren Niveau angesiedelt sind. Sie sind alleine von der Quantität her nicht gerade auffallend und so hat der Leser den Comic relativ schnell durch. Es gibt zwar immer mal wieder eine Passage, die der Sucht auf den Grund geht, doch hat das Nachwort einen größeren Tiefgang, als der Hauptakt. Ein gewisser Mehrwert gegenüber anderen Suchtcomics hätte es schon sein dürfen. Es gibt wenig Spezielles, das sich zum Beispiel von einer Drogensucht unterscheidet. Drogensüchtige haben Probleme mit der Familie und Florian auch. Es ist nicht verkehrt und nicht schlimm, die Eckpfeiler sind auf den Punkt gebracht, doch mehr als drei Sterne können für "XES" nicht vergeben werden. Fazit "XES" macht sich an ein Tabuthema ran. Das ist gut, dass jemand mal über Sexsucht spricht, doch darüber hinaus bleibt großes Potential auf der Strecke, weil der Comic zu einfach gehalten ist. Das Nachwort von Dr. Roth klärt dann aber noch einmal genauer auf.