Comic - Abenteuer

Xibalba

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Xibalba
XibalbaComic - Abenteuer | mit: Simon RoussinBewertung:★★★★★ „Xibalba“ hat 2018 in Frankreich den „Prix du Livre Grand Est“ gewonnen. Autor und Zeichner Simon Roussin hat mit „Xibalba“ bereits sein neuntes Comic veröffentlicht. Der Verlag „Edition Moderne“ bringt diesen in einem sehr ansprechenden Album heraus. Die Abenteuer der Flieger der Aéropostale waren bereits bei „Splitter“ Thema, dort wurden insgesamt drei Piloten der tollkühnen fliegenden Wunderkisten vorgestellt. „Xibalba“ nimmt die Fluggesellschaft allerdings nur als Aufhänger, sodass es eine Genrevermischung zwischen Fantasy und Abenteuer gibt. Handlung André flog bereits im ersten Weltkrieg und blieb auch danach ein leidenschaftlicher Pilot. Nun fliegt und arbeitet er für die Fluggesellschaft Aéropostale in Venezuela. Diese meldet aber im Jahr 1931 Konkurs an. Auf seinem letzten Flug soll er die Leiche eines guten Freundes, dessen Geliebte, ein komisches Zwillingspaar und eine Ethnologin nach Mexiko bringen. Doch es kommt, wie es kommen muss und das Flugzeug gerät in einen Vogelschwarm und stürzt ab. Die Überlebenden schlagen sich zu einer verfallenen Ruinenstadt durch, die von den Einheimischen Xibalba genannt wird. Übersetzt heißt das so viel wie Ort der Angst. Nun passieren Dinge, die nicht nur merkwürdig, sondern furchteinflößend sind…BewertungZunächst beeindruckt das Album an sich. Es kommt mit einer stattlichen Aufmachung daher, sodass der Leser gleich zu Beginn so richtig Lust auf das Werk bekommt. Beim ersten Aufschlagen fällt auf, dass die Seiten sehr dünn sind. Ich möchte an dieser Stelle nicht von einem Bibelformat sprechen, aber es ist schon sehr auffällig, dass ein (gefühlt) zerbrechlicher Stoff gewählt wurde, was irgendwie zur Handlung passt. Denn in den alten Ruinen, zumindest stelle ich mir das so vor, wenn alte Schriften gefunden werden, haben alte Fundstücke nicht gerade den neusten Anstrich. In den Panels wird dieses Muster fortgesetzt. Diese erscheinen nämlich in einem matten orangen Ton, der wiederum so nostalgisch, historisch wirkt.

Die Story an sich fängt ganz unverfänglich an. Es geht um die Fliegerei und um die Charaktere. Es herrscht eine abenteuerliche Lethargie in der Luft. Auf der einen Seite wollen die Piloten in die Luft, sie werden für ihren gefährlichen Einsatz bewundert und auf der anderen ist es die Insolvenz und das harte Leben, das den Frauen und Männern zusetzt. Zudem sind die meisten Figuren weit weg von der Heimat, sodass der Fernwehfaktor auch eine Rolle spielt. Das lässt sich keiner anmerken, aber in dieser abgelegenen Welt, gibt es nicht viel, was man sich ansehen kann. So werden die örtlichen Kneipen zum täglichen Treffpunkt und der Alkohol fließt in Strömen.

Nach dem Absturz nimmt „Xibalba“ eine erfreuliche Wendung. Denn bis dahin wurde es allmählich etwas dröge. Der Spannungsbogen zeigte nämlich nach unten. Doch jetzt, gerade wenn die "merkwürdigen Dinge“ passieren, nimmt die Handlung an Fahrt auf. Tief im Dschungel, scheinbar ein Ort ohne Ausweg, kommt sogar eine klaustrophobische Atmosphäre auf, sodass der Leser auf seine Kosten kommt. Jetzt zahlt sich im Übrigen auch aus, dass Simon Roussin so viel Zeit mit der Vorstellung seiner Figuren verbracht hat. Fazit „Xibalba“ wird Abenteuerfans und Anhänger von Fantasy-Elementen glücklich machen. Die tolle Aufmachung trägt ihr Übriges dazu bei, dass man von einem Schmuckstück in der Sammlung sprechen kann.
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