Buch - Drama
Zur See
Zur SeeBuch - Drama | mit: Dörte Hansen Bewertung:★★★★★ Jetzt bitte einmal raten, welche Fremdsprache Dörte Hansen als erstes in ihrem Leben gelernt hat: Es war Hochdeutsch. Kein Wunder, denn die Autorin kommt aus Nordfriesland. Hansen ist zwar nicht so bekannte, wie Otto Walkes, jedoch hat sie ebenfalls Erfolg. Ihre beiden Romane "Altes Land" und "Mittagsstunde" sind zumindest bei der Leserschaft gut angekommen. "Zur See" kann da aber locker mithalten, was ihr unweigerlich schon an der guten Sternebewertung gesehen habt. Aber warum, das so ist verrate ich ein Stück weiter unten. Handlung Die Fähre braucht vom Festland eine Stunde auf die kleine Nordseeinsel, manchmal länger, je nach Wellengang. Hier lebt in einem der zwei Dörfer seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Drei Kinder hat Hanne großgezogen, ihr Mann hat die Familie und die Seefahrt aufgegeben. Nun hat ihr Ältester sein Kapitänspatent verloren, ist gequält von Ahnungen und Flutstatistiken und wartet auf den schwersten aller Stürme. Tochter Eske, die im Seniorenheim Seeleute und Witwen pflegt, fürchtet die Touristenströme mehr als das Wasser, weil mit ihnen die Inselkultur längst zur Folklore verkommt. Nur Henrik, der Jüngste, ist mit sich im Reinen. Er ist der erste Mann in der Familie, den es nie auf ein Schiff gezogen hat, nur immer an den Strand, wo er Treibgut sammelt. Im Laufe eines Jahres verändert sich das Leben der Familie Sander von Grund auf, erst kaum spürbar, dann mit voller Wucht.
BewertungDie Worte von Dörte Hansen sind seilführend, sie treffen uns sofort, ohne Umschweife. Sie sind sofort in unseren Herzen, sie gehen unter die Haut. Hansen hat, so wie ich zumindest finde, einen wundervollen Schreibstil, der einfach magisch anlockt, der auch ein stückweit süchtig macht. Ich finde es auch gut, dass der Roman mit wenig Dialoge daher kommt. Sicherlich ist das eine große Herausforderung, weil so etwas nicht immer funktioniert. "Zur See" zeichnet es sogar aus, denn so wird die richtige Stimmung vermittelt. Wenn die Figuren der Geschichte das Wort ergreifen, kommen sie jedoch gleich auf den berühmten Punkt. Hier wird nicht lange um den heißen Brei geredet. Wundervoll.
Stimmungsvoll. Besonders als es Kontakt mit einem großen Bewohner unserer Meere gibt. Aber hier muss ich mich selbst ausbremsen, da ich sonst zu viel verrate. Es zieht viele Menschen zum Meer. Andere wiederum in die Berge. Es ist in "Zur See" so, dass es um die Heimat geht und das sie verloren gehen kann. Ein wichtiges Thema und auch sehr brisant. Genauso wie das Leben auf der Insel, was es ausmacht. Dazu gibt es tolle Landschaftsbeschreibungen die zum verweilen einladen. Oh man, ich will in den Urlaub.
Ein weiterer Pluspunkt sind die Charaktere. Es sind nicht nur die Hauptfiguren gut durchleuchtet und beschrieben, sondern auch sämtlich Nebendarsteller. Es ist schon ein große Kunst, dass man hier das Augenmerk des Lesers breit steuert, der sich so in einer komplexen, soziologischen Umwelt wiederfindet. Fazit "Zur See" ist ein wundervoller Roman, der sehr liebevoll geschrieben ist.
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BewertungDie Worte von Dörte Hansen sind seilführend, sie treffen uns sofort, ohne Umschweife. Sie sind sofort in unseren Herzen, sie gehen unter die Haut. Hansen hat, so wie ich zumindest finde, einen wundervollen Schreibstil, der einfach magisch anlockt, der auch ein stückweit süchtig macht. Ich finde es auch gut, dass der Roman mit wenig Dialoge daher kommt. Sicherlich ist das eine große Herausforderung, weil so etwas nicht immer funktioniert. "Zur See" zeichnet es sogar aus, denn so wird die richtige Stimmung vermittelt. Wenn die Figuren der Geschichte das Wort ergreifen, kommen sie jedoch gleich auf den berühmten Punkt. Hier wird nicht lange um den heißen Brei geredet. Wundervoll.
Stimmungsvoll. Besonders als es Kontakt mit einem großen Bewohner unserer Meere gibt. Aber hier muss ich mich selbst ausbremsen, da ich sonst zu viel verrate. Es zieht viele Menschen zum Meer. Andere wiederum in die Berge. Es ist in "Zur See" so, dass es um die Heimat geht und das sie verloren gehen kann. Ein wichtiges Thema und auch sehr brisant. Genauso wie das Leben auf der Insel, was es ausmacht. Dazu gibt es tolle Landschaftsbeschreibungen die zum verweilen einladen. Oh man, ich will in den Urlaub.
Ein weiterer Pluspunkt sind die Charaktere. Es sind nicht nur die Hauptfiguren gut durchleuchtet und beschrieben, sondern auch sämtlich Nebendarsteller. Es ist schon ein große Kunst, dass man hier das Augenmerk des Lesers breit steuert, der sich so in einer komplexen, soziologischen Umwelt wiederfindet. Fazit "Zur See" ist ein wundervoller Roman, der sehr liebevoll geschrieben ist.