Comic - Geschichte

Zusammenbruch

Veröffentlicht am 30.11.-0001
Zusammenbruch
ZusammenbruchComic - Geschichte | mit: Pascal RabatéBewertung:★★★★★ Pascal Rabaté hat mit seinem früheren Werk „Die Emigranten“ nicht nur sein Publikum überzeugen können, sondern auch die kritische Presse. Er zeigt in seinen neusten Ausgaben zumeist das ländliche Frankreich und dessen Bevölkerung. Mit „Zusammenbruch“ präsentiert er beide Attribute und verbindet diese mit einem dunklen Kapitel europäischer Geschichte. Die französische Niderlage gegen die deutsche Übermacht zeigt nicht nur niedergeschlagene Verlierer, sondern ebenfalls die Sinnlosigkeit des Krieges und auf welchem Rücken solch ein Konflikt ausgetragen wird. Handlung Im Jahr 1940 bringen die deutschen Soldaten Frankreich eine vernichtende Niederlage bei. Am Straßenrand liegen Leichen von junge Männern. Videgrain, Mitglied des 11. Regiments, fährt mit seinem Moped die Straße entlang. Er ist auf der Suche nach seiner Einheit. Auf dem Weg lernt er andere Soldaten kennen und sieht alle Grausamkeiten. Er wird gefangengenommen, flieht, ist in Gefangenschaft und findet Zuflucht auf einem Bauernhof. Und doch will er nur eins: zurück zu seiner Familie nach Paris. BewertungDer Soldat Videgrain ist ein einfacher Mann, wie so viele seiner Kameraden. Sie werden an die Front geschickt, um den Vormarsch des Gegners zu stoppen. Nichtsahnend, was auf sie zukommt. Und da passiert es auch schon: Stukas am Himmel, die die Einheit bombardieren. Erste Tote und Verletzte. Es bleibt nur kurz Zeit um den Mund abzuwischen. Dann geht es weiter. Die Kritik am Krieg präsentiert uns Pascal Rabaté nicht direkt, sondern verschachtelt sie zwischen den Zeilen. In den Gesprächen der Männer, die über ihr Privatleben sprechen finden sich erste Anzeichen. Der eine ist Landwirt, der andere Buchhalter. Alles Berufe des kleinen Mannes, die allesamt nichts mit der großen Politik gemein haben und dennoch sind sie es, die ihr Leben riskieren.

Es ist Videgrains Frau, die anspricht, worum es geht. Es geht um die Freiheit Frankreichs ein höheres Gut, der Kampf gegen die kommende Diktatur. Diese kleinen Zeilen verleihen dem Ganzen einen gesunden Phatos, den Aufschrei gegen rechts und ein Plädoyer für die Demokratie. Die Dame ist von fester Überzeugung und sie bittet ihren Mann um eine Liebesnacht, in der sich beide so lieben sollen, als ob es das letzte Mal ist. Sie selbst geht also nicht unbedingt davon aus, dass sie ihren Videgrains wiedersehen wird. Eine moralische Grundfrage, wie hoch die Opferbereitschaft des einzelnen Individuums sein kann, sein muss, um der gerechten Sache zu dienen.

Weiterhin macht sie ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit breit. Egal, wo die Soldaten hin gehen, es ist dem Grunde nach zwecklos. Die Niederlage zeichnet sich ab. Die Gefangenschaft ist nahe und unabwendbar. Ein Akt der Güte, denn sinnlos sterben soll niemand mehr. Erst jetzt wird der Raxxxxxx deutlich. Schwarze werden von den Eroberern wie Menschen dritter Klasse behandelt. Sie sind lediglich ein Stück Vieh. Aber es kommen auch weitere unausgesprochene Dinge auf den Tisch. Sicherlich ist eine Affäre zwischen einer fremden einsamen verängstigten Frau und einem erschöpften Soldaten nichts neues, aber homosxxxxx Handlungen zur Lustxxxxx stehen nicht immer auf der Tagesordnung. Ja, richtig gehört! Pascal Rabaté zeigt nicht nur Soldaten, die ihren Stuhlgang auf einer Wiese verrichten, sondern die sich auch untereinander vergnügen oder es sich selbst machen. Ihre Bedürfnisse haben die Männer schließlich nicht verloren.

In all diesen Geschichten, die noch weit mehr beinhalten als von mir skizziert, steht der Mensch im Fokus. Ich schrieb vom einfachen Mann, der sich in einer verrückten, bedrohlichen und dunklen Zeit behaupten muss. Gleichermaßen ergeht es den Frauen. Die Gesetze der gesellschaftlichen Ordnung sind außer Kraft gesetzt und die Abgründe tun sich auf. Fazit Das Comic „Zusammenbruch“ beinhaltet sehr viel. Oberflächlich betrachtet, geht es um französische Soldaten, die mit der Kriegsniederlage umgehen müssen. Auf den zweiten Blick kommen viele Probleme auf den Tisch, die teilweise in der Form noch nicht großartig thematisiert wurden. Ein guter Beitrag für die Menschlichkeit!
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